• Akademisches Gymnasium Wien

    1010 Wien, Beethovenplatz 1

     

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    Schulprofil

    Geschichte

    Bildungsziel

    Schulklima

    Schultyp und Angebote

    Sprachenangebot

    Besonderheiten

    Unverbindliche Übungen

    Aktivitäten

    Stundentafel AHS-Unterstufe - Gymnasium

    Stundentafel AHS-Oberstufe - Gymnasium

    Das Fremdsprachenmodell

    Französisch oder Englisch als 1. lebende Fremdsprache

    Die Fremdsprachen

    Das Projekt FIPS

    Ethikunterricht als alternativer Pflichtgegenstand für Religion

     

    Weitere Angebote am AkG

    Lernen lernen in den 2. Klassen

    IKT-Einführung und Digitale Bildung

    Patenklassen

    Berufsorientierung in den 3./4. Klassen

    Berufs- und Studienberatung in den 7./8. Klassen

    Projekt „Umgeschult“


    Geschichte

    Das Akademische Gymnasium ist das älteste Gymnasium Wiens. Seine Gründung erfolgte 1553 auf Initiative von König Ferdinand I. (Kaiser von 1556 - 1564) durch den Jesuitenorden. Sie war Teil eines großen Reformprogrammes („Nova Reformatio“), das die Folgen der Glaubensspaltung und den protestantischen Einfluss auf den Klerus und die Wiener Universitätsprofessoren aufheben sollte.

    Der Unterricht vereinigte Wissensvermittlung mit religiöser Erziehung und wurde von Jesuitenpatres in lateinischer Sprache erteilt. Damaliges Unterrichtsziel war die Gewinnung von Nachwuchs für den Orden und die Heranbildung einer geistigen Elite junger Männer, vorbildlich in Sitten und Charakterfestigkeit, die später treue und verlässliche Staatsbeamte werden sollten.

    Dies galt im Wesentlichen bis zur Aufhebung des Jesuitenordens 1773 durch Papst Clemens XIV. Danach erhielt der Unterricht in Geschichte, Mathematik, Deutsch, Literatur und Geographie größere Bedeutung.

    Ab Mitte des 19. Jahrhunderts lag der Schwerpunkt auf einer breit gestreuten Allgemeinbildung auf sprachlich-historischer und mathematisch-naturwissenschaftlicher Basis, wobei auch „Freigegenstände“, wie z. B. Zeichnen, Chorgesang, Turnen, Französisch und Englisch angeboten wurden. 1849 wurde in der Monarchie das achtjährige Gymnasium mit abschließender Matura eingeführt. Am Ende des Schuljahres 1850/51 maturierte der erste Jahrgang am Akademischen Gymnasium, davon 40% der zugelassenen Schüler mit Auszeichnung.

     

    Schülerinnen und Schüler

    Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde die Schule zu einer Hauptbildungsanstalt der Söhne des Bildungsbürgertums des österreichischen Kaiserstaates, besonders der liberal-bürgerlich-kulturellen Elite Wiens. Jahrzehntelang war es das Wiener Gymnasium mit dem größten Anteil an jüdischen Schülern. Dies führte 1938 auch zu dem größten Aderlass seiner Geschichte. 43% der Schüler mussten nach dem Anschluss Österreichs die Schule verlassen („Umgeschult“ am 28.4. 1938), weil sie jüdischer Herkunft waren.

    Die ersten Schülerinnen maturierten 1886 und 1887 (je eine Externistin). Seit dem Schuljahr 1896/97 gab es fast jedes Jahr Maturantinnen, darunter die spätere Physikerin Lise Meitner. Ab 1949/50 wurde das Gymnasium für Mädchen geöffnet.

    Das Akademische Gymnasium kann auf eine beeindruckende Liste bedeutender Schüler und Absolventen verweisen (z. B. Schubert, Schnitzler, Hofmannsthal, Nestroy, Heer, Ringel sowie die Nobelpreisträger Erwin Schrödinger und Walter Kohn), die das wissenschaftliche, politische und geistige Leben ihrer Zeit bestimmt haben oder heute bestimmen.

     

    Schulstandort

    Die Schule befand sich zunächst im alten Universitätsviertel (heute Dr. Ignaz-Seipel-Platz- Bäckerstraße - Postgasse - Schönlaterngasse). Die Einführung von zwei Klassen pro Jahrgang 1854/55 machte eine räumliche Erweiterung der Schule nötig. Sie übersiedelte 1866 in das von Friedrich Schmidt errichtete Gebäude auf dem heutigen Beethovenplatz.

     

    Bildungsziel

    Die lange humanistische und liberale Tradition des Akademischen Gymnasiums ist im heutigen Bildungsziel der Schule noch immer lebendig. Dieses besteht darin, mit Hilfe einer zeitgemäßen Pädagogik Absolvent/innen heranzubilden, die sich im Rahmen des allgemein bildenden Fächerkanons mit den eigenen Interessen und Begabungen grundlegend auseinandergesetzt und verantwortungsvolles Handeln entwickelt haben, die erworbenes Wissen kritisch reflektieren und selbstbewusst ihre Meinung vertreten können.

    Einen besonderen Schwerpunkt bildet das Sprachmodell, das den Schüler/innen ermöglicht drei Fremdsprachen (zwei lebende Fremdsprachen und Latein) bereits in der Unterstufe zu lernen. Dieses Programm unterscheidet das Akademische Gymnasium Wien auch von anderen Schulen. Dennoch haben in diesem Konzept alle Fächer ihren Platz und ihre Bedeutung: die Sprachen ebenso wie die Naturwissenschaften, die Künste ebenso wie die Geisteswissenschaften und der Sport. Dass diese Balance gelingt, zeigt die beeindruckende Vielfalt der Studienrichtungen, die von den Schülerinnen und Schülern des Akademischen Gymnasiums nach der Matura gewählt werden.

     

    Schulklima

    In der Schule herrscht eine offene, freundliche und leistungsfördernde Atmosphäre, die von gegenseitigem Respekt und Achtung vor unterschiedlichen Religionen und Kulturen getragen ist.

    Die Lehrer/innen haben Freude an der Arbeit mit den Jugendlichen, bringen großes Verständnis für ihre Eigenheiten auf und gehen sorgsam mit ihnen um. Ziel des Schulteams ist, die Schüler/innen in ihrer intellektuellen, emotionalen und sozialen Entwicklung optimal zu fördern und bestmöglich bei ihrem Erwachsenwerden zu begleiten. Dass dieses Ziel meist erreicht wird, zeigt sich darin, dass die Mehrheit der Schüler/innen dem Akademischen Gymnasium über acht Jahre treu bleibt, sodass drei ersten Klassen auch drei achte Klassen gegenüberstehen. In der Oberstufe ist die Drop-out-Rate verschwindend gering.

    Die Handyverbotsregelung (s. Hausordnung) verdeutlicht die Grundhaltung, dass am Akademischen Gymnasium eine offene, persönliche Kommunikation gepflegt und weder offenes noch verstecktes Mobbing akzeptiert wird.

    Eine respektvolle Grundhaltung bestimmt die gelebte Schulpartnerschaft, wo zwischen Lehrer/innen, Eltern und Schüler/innen auch bei unterschiedlicher Meinung ein wertschätzender Umgang herrscht. Gröbere disziplinäre Probleme werden rasch im „Disziplinarkomitee“ behandelt. Dieses paritätisch von je drei Lehrer/innen, Eltern und Schüler/innen besetzte und von der Direktorin bzw. dem Direktor geleitete Gremium agiert nach dem Motto „Wiedergutmachung statt Strafe“ und bildet eine sinnvolle Alternative zu Disziplinarkonferenzen.

    Es besteht eine Kultur der Feste und Feiern, die das positive Klima innerhalb des Lehrer/innenkollegiums widerspiegelt. Effiziente Kommunikation, Flexibilität und Toleranz sind wesentliche Voraussetzungen, um auch schwierigere Situationen des Schulalltags zu bewältigen, wie sie z.B. durch die beengten Raumverhältnisse entstehen können.

     

    Schultyp und Angebote

    Gymnasium, ca. 600 Schüler/innen, 24 Klassen, Tagesbetreuung

     

    Sprachenangebot

    • Englisch oder Französisch ab der 1. Klasse
    • Latein ab der 2. Klasse
    • 2. lebende Fremdsprache (Französisch oder Englisch) ab der 3. Klasse als Pflichtgegenstand,
      Altgriechisch ab der 5. Klasse (statt der 2. lebenden Fremdsprache)
    • Spanisch, Italienisch, Russisch oder Chinesisch (als Prüfungsgegenstand bei der mündlichen Reifeprüfung wählbar) ab der 6. Klasse (als Wahlpflichtgegenstand)
    • Bilinguales Unterrichtsprojekt FIPS ab der 1. Klasse (Français intégré aux projets du secondaire = Französisch als Arbeitssprache in Unterrichtsprojekten)

     

    Besonderheiten

    • Ethik als alternativer Pflichtgegenstand (1. – 8. Klassen)
    • Lernen lernen in den 2. Klassen
    • Berufsorientierung in den 3. und 4. Klassen
    • 18plus Berufs- und Studienchecker in den 7. und 8. Klassen
    • eLearning, Lernplattform Moodle
    • Peer Mediation
    • Ersthelfer/Schulsanitäter
    • Disziplinarkomitee

     

    Unverbindliche Übungen

    Jährlich wechselnde Angebote, zum Beispiel:

    • Chor / Schulorchester / Schulband
    • Bildnerisches Gestalten / Fotografie und Video
    • Fußball / Ballspiele / Volleyball  
    • Biologische Übungen
    • DaF/DaZ
    • Leseförderung
    • Sprachwettbewerbe   
    • Latein-Olympiade
    • Schach
    • Chinesisch
    • Muttersprachlicher Unterricht

    Aktivitäten

    • Teilnahme an Wettbewerben (Volley-, Basketball, Schach, Chor) und Olympiaden (Deutsch, Englisch, Französisch, Latein, Mathematik, Philosophie, Physik, Chemie)
    • Schüler/innenaustausch / Sprachaufenthalte im Ausland
    • Intensivsprachwochen in der Schule
    • Schikurse / Sportwochen
    • Projektwochen (u.a. zum Sozialen Lernen)
    • Kulturreisen (z. Bsp. nach Griechenland)
    • Projekt „Umgeschult am 28. April 1938“
    • Peacecamp
    • Kooperationen mit Universitäten (z.B. Sparkling Science Projekte, „Uni trifft Schule“)
    • Unterrichtsprojekte
    • Künstlerische Workshops
    • Medienprojekte
    • Schulkonzerte / Chorauftritte in und außerhalb der Schule
    • Theateraufführungen, Lesungen
    • Ausstellungen
    • Sportfeste
    • Feste und Feiern

     

    Stundentafel AHS-Unterstufe - Gymnasium

    Pflichtgegenstand

    1. Kl.

    2. Kl.

    3. Kl.

    4. Kl.

    Summe

    Religion / Ethik

    2

    2

    2

    2

    8

    Deutsch

    4

    4

    4

    3

    15

    1. lebende Fremdsprache

    4

    3

    3

    3

    13

    2. lebende Fremdsprache

    -

    -

    3

    2*)

    5

    Latein

    -

    2

    2*)

    2

    6

    Geschichte und Sozialkunde

    -

    2

    2

    2

    6

    Geographie und Wirtschaftskunde

    2

    -

    3

    2

    7

    Mathematik

    4

    3*)

    3

    3

    13

    Biologie und Umweltkunde

    2

    2

    -

    3

    7

    Chemie

    -

    -

    -

    2

    2

    Physik

    -

    2

    2

    1

    5

    Musikerziehung

    2

    2

    2

    1

    7

    Bildnerische Erziehung

    2

    2

    2

    2

    8

    Werken (technisch, textil)

    2

    2

    -

    -

    4

    Bewegung und Sport

    4

    4

    3

    3

    14

    Wochenstunden

    28

    30

    31

    31

    120

    *) zusätzlich eine Konversations- bzw. Übungsstunde (Teilnahme nicht verpflichtend)

    Stundentafel AHS-Oberstufe Gymnasium

    Pflichtgegenstand

    Wochenstunden

    Summe

    5. Kl.

    6. Kl.

    7. Kl.

    8. Kl.

    Religion / Ethik

    2

    2

    2

    2

    8

    Deutsch

    3

    3

    3

    3

    12

    1. lebende Fremdsprache

    3

    3

    3

    3

    12

    Latein

    3

    3

    3

    3

    12

    Griechisch/2. lebende Fremdsprache1)

    3

    3

    3

    3

    12

    Geschichte und Sozialkunde

    -

    3

    2

    2

    7

    Geographie und Wirtschaftskunde

    3

    -

    2

    2

    7

    Mathematik

    3

    3

    3

    3

    12

    Biologie und Umweltkunde

    2

    2

    -

    2

    6

    Chemie

    -

    -

    2

    2

    4

    Physik

    -

    3

    2

    2

    7

    Psychologie und Philosophie

    -

    -

    2

    2

    4

    Informatik

    2

    -

    -

    -

    2

    Musikerziehung

    2

    1

    3

     

    22)

    22)

    4

    Bildnerische Erziehung

    1,5

    1,5

    3

    Bewegung und Sport

    3

    2

    2

    2

    9

    Summe Pflichtgegenstände

    30,5

    29,5

    31

    33

    124

    Wahlpflichtgegenstände

    6

    6

    Gesamtwochenstunden

    130

    1)Typenbildender Pflichtgegenstand
    2)entweder ME oder BE als alternativer Pflichtgegenstand

     

     

    Das Fremdsprachenmodell

    1) Französisch als 1. lebende Fremdsprache

    Schüler/innen, die Französisch als erste lebende Fremdsprache wählen, haben bereits in der 2. Klasse Latein und ab der 3. Klasse Englisch als Pflichtgegenstand.

    • Der Englischunterricht beginnt in der 3. Klasse als Pflichtgegenstand, in einem Alter, in dem Spontaneität und Kommunikationsfreude noch ungebrochen sind.
    • Den Kindern wird die Teilnahme an der englischsprachigen Jugendkultur ermöglicht.(Pop-Musik, Informatik)
    • Fremdspracheninitiative und humanistisches Schulprofil werden vereint: Der Lateinunterricht in der Unterstufe bleibt erhalten, in der 5. Klasse kann weiterhin Altgriechisch statt Englisch gewählt werden.

    2) Englisch als 1. lebende Fremdsprache

    Schüler/innen, die Englisch als erste lebende Fremdsprache wählen, haben bereits in der 2. Klasse Latein und ab der 3. Klasse Französisch als Pflichtgegenstand.

    • Der Französischunterricht beginnt bereits in der 3. Klasse als Pflichtgegenstand, in einem Alter, in dem Spontaneität und Kommunikationsfreude noch ungebrochen sind.
    • Der frühe Beginn und die erhöhte Gesamtstundenanzahl lassen erwarten, dass bei der Matura beide Fremdsprachen annähernd gleich gut praktiziert werden.
    • Fremdspracheninitiative und humanistisches Schulprofil werden vereint: Der Lateinunterricht in der Unterstufe bleibt erhalten, in der 5. Klasse kann weiterhin Altgriechisch statt Französisch gewählt werden.

    3) Die Fremdsprachen

    • Französisch oder Englisch als 1. lebende Fremdsprache
    • Beginn des Lateinunterrichts in der 2. Klasse
    • Beginn der 2. lebenden Fremdsprache in der 3. Klasse als Pflichtgegenstand
    • Griechisch als Wahlmöglichkeit ab der 5. Klasse (statt der 2. lebenden Fremdsprache)
    • Spanisch, Italienisch, Russisch oder Chinesisch als Wahlpflichtgegenstand ab der 6. Klasse
    • Einführungsunterricht ins Chinesische ab der 1. Klasse (Unverbindliche Übung)
    • Schüleraustausch mit Frankreich, Auslandsaufenthalte, Fremdsprachenwochen
    • Einsatz der Fremdsprachen in Unterrichtsprojekten: Englisch z. B. bei internationalen Projekten, Französisch im Rahmen von FIPS (Français intégré aux projets du secondaire)

     

    Die 5 Stunden der 2. lebenden Fremdsprache entstehen schulautonom durch Reduzierung der Pflichtgegenstände Deutsch, 1. lebende Fremdsprache, Latein und Mathematik.

    Ziel aller Fremdspracheninitiativen ist es zu erreichen, dass die Schüler/innen wirklich in zwei Fremdsprachen kommunizieren und zu Themen arbeiten können (Fremdsprache als Arbeitssprache) Das Niveau der 2. Fremdsprache soll möglichst nahe an das der 1. lebenden Fremdsprache herangeführt werden.

     

    Das Projekt FIPS

    Französisch als Arbeitssprache an der AHS

    Mit diesem Projekt wird das Ziel verfolgt, die französische Sprache in verschiedenen Unterrichtsfächern als Arbeitssprache einzubeziehen.

    Das Projekt FIPS („FRANÇAIS INTÉGRÉ AUX PROJETS DANS LE SECONDAIRE“) ist Teil eines Gesamtkonzeptes, das mit der Volksschule beginnt (FIP - „FRANÇAIS INTÉGRÉ À L’ÉCOLE PRIMAIRE“) und in der AHS fortgeführt wird.

    Vorrangiges Ziel dieses Projektes ist einerseits die Vermittlung einer hohen rezeptiven und produktiven Sprachkompetenz, die weit über den herkömmlichen Sprachunterricht hinausführt, andererseits soll ein vertiefter Einblick in die kulturellen Besonderheiten Frankreichs geboten werden, ohne gleichzeitig die Englisch-Ausbildung zu vernachlässigen. Diese angestrebte europäische Dimension der Bildung soll die Grundlage für völkerverbindendes Verständnis, Offenheit und größtmögliche Mobilität schaffen.

     

    Organisation

    Sekundarstufe I

    Zur Durchführung des Programmes wird Französisch ab der 5. Schulstufe („Bilingualer Zweig“ der A-Klasse mit Französisch als erster lebender Fremdsprache) in zunehmendem Maße als Arbeitssprache eingesetzt. Dies kann in drei verschiedenen Formen stattfinden:

    • In kleineren Unterrichtseinheiten (Bühnenspiel, EDV),
    • in Projektform mit einer Dauer von 6 - 8 Wochen im Jahr (Geschichte oder Geographie, Musik, Bühnenspiel) oder
    • durch eine „Semaine francophone“ („Französische Woche“).

    Dazu kommen die Vorbereitung auf DELF („Diplôme d’Études en Langue Française“), A 1 bis B1 und mindestens ein Aufenthalt in Frankreich.

    Die sprachliche Umsetzung wird durch den Einsatz von muttersprachlichen Assistenzlehrer/innen in Zusammenarbeit mit dem/der Französisch- beziehungsweise dem/der Fachlehrer/in gewährleistet.


    Sekundarstufe II

    In der Oberstufe ist der Unterricht auf folgenden Aspekt hin orientiert:

    Vorbereitung auf DELF B1, B2 und eventuell DALF C1 („Diplôme Approfondi de la Langue Française“). Dies sind vom französischen Staat international anerkannte Prüfungsdiplome für Nicht-Franzosen, wobei DALF als sprachliche Studienberechtigungsprüfung für das Studium an französischen Hochschulen gelten kann und lebenslang gültig bleiben.

     

    Das Projekt FIPS wurde ab dem Schuljahr 2001/02 aufsteigend begonnen. Die Französisch - klassen werden dazu im Französischunterricht in zwei Gruppen geteilt, von denen eine als „Section Bilingue“ geführt wird. Sie ist für jene Schüler/innen gedacht, die bereits mit der französischen Sprache vertraut sind. Die andere Gruppe hingegen erhält Französischunterricht für Anfänger. Es wird jedoch Durchlässigkeit in beide Richtungen gewährleistet.

     

    2018 wurde dem Akademischen Gymnasium das Label „FrancEducation“ des französischen Ministère de l’Europe et des Affaires étrangères verliehen. Damit gehört das Akademische Gymnasium zum internationalen Netzwerk der 285 „Label FrancEducation“ Schulen in 53 Ländern.

     

    Ethikunterricht als alternativer Pflichtgegenstand für Religion

    Der schulautonome Pflichtgegenstand ist für all jene Schüler/innen, die keinen anerkannten konfessionellen Religionsunterricht besuchen, verbindlich.

    Ethikunterricht in der Unterstufe

    In jedem Jahr sollen die 6 Leitthemen die Grundlage des Unterrichts bilden.

    (Beispiele für K = Kernstoff und E = Erweiterungsstoff)

    6 Leitthemen:

    Selbsteinschätzung und Identitätsfindung

    Freundschaft und Familie

    Körperlichkeit und Sexualität

    Feste und Symbole

    Menschenbilder und Lebensentwürfe

    Glück, Friede und Lebensfreude

    1. Klasse

    K: Ich in der neuen Klasse/ Schule; Selbst- und Fremd-einschätzung; Vorurteile; meine Rechte und Pflichten (bes. in der Klasse und Schule).

    E: Fehlverhalten und Folgen

    K: Vertrauen, Konflikte, Ent- täuschung; multikulturelle Freund-schaften, Integration;

    E: Tiere als Freunde

    K: Mädchen- u. Bubenrollen; geschlechts-spezifische Klischees; Intimsphäre; positiver Stellenwert der Sexualität;

    E: die Frau/das Mädchen als „Blickfang“; Diskriminierung von Frauen  

     

     

    K: Rituale und Symbole, Feste und Feiertage der Schüler/innen

    E: Talisman; Kleidung als Ausdrucksform

    K: Idole/Ideale/ Vorbilder und unterschiedliche Textarten darüber; Menschen- und Gottesbilder; Toleranz.

    E: Umgang mit Autorität

    K: Umgang mit Problemen der Schüler/innen: Intoleranz, Leid, Armut, Flüchtlingselend: Friedenserziehung I.

    E: Versagen, Grenzsituationen

    2. Klasse

    K: Der Jugendliche zwischen Kind und Erwachsenen; Essstörungen

    K: Peergroups: Gruppendruck u.a.

    K: Umgangsfor-men zwischen Buben und Mädchen; Aufklärung  I;

    E: sexueller Missbrauch

    K: Feste und Feiertage in der Vielfalt der Kulturen und Religionen

    K: Vorbilder an Zivilcourage:

    Jesus, Gandhi. Vorbilder in Film und Fernsehen.

    E: M. L. King u.a.

    K: Soziale Fragen, z.B.: Fremde, Flüchtlinge; Konfliktbewältigung: Entwicklung eines prosozialen Verhaltens Friedenserziehung  II.

    E: Obdachlose u.a.

     

    3. Klasse

    K: Umgang mit Geld: Sein und Haben(wollen); Erfahrungen von Freundschaft

    K: Formen des Zusammen-lebens innerhalb und außerhalb der Familie

    K: Körperbewusst-sein - Körperkultur: Sport etc.

    E: Piercing, Tattoos

    K: Feste und Rituale: Deutungshilfen und Strukturmerk-male menschlichen Lebens

     

     

    K: Reichtum und Armut in Österreich: Projekte, Organisationen: Diakonie, Caritas.

    Ökologische Probleme der EINEN Welt Friedenserziehung  III

    4. Klasse

    K: Erfahrung von und Umgang mit eigenen Grenzen: Suche nach anderen Bewusstseins-zuständen, Selbst- oder Fremdbestimmung;

     E: Etikette

    K: Erste Schritte zur Selbstständig-keit: Von der Kontra- zur Interdepen-denz

    K:

    Aufklärung II: Liebe, Sexualität und Verantwor-tung; Vielfalt von Sexualität: Homo- und Transsexualität; Ganzheitliche Sicht des Menschen

    E: weitere Fragen zur Sexualität

    K: Kritische Auseinander-setzung mit Jugendkulturen und ihren Symbolen und Festen.

    E: Medienwelten u. -kritik

    K: Gemeinsamkei-ten der Reli-gionen: gemeinsame Verantwortung, Beruf/Berufung, Ausdrucksformen der Kunst,

     

    E: Ökumene; Weltethos

    K: Menschenrechte und -pflichten: Dritte-Welt-Problematik, Gleichberechtigung der Frauen, Kinderrechte, Todesstrafe u.a.; Engagement und Solidarität Friedenserziehung IV

    Ethikunterricht in der Oberstufe

    Da bereits der Religionsunterricht vielfältiger als konfessionsgebundener Ethikunterricht ist, soll sich auch der alternative Gegenstand nicht auf das Thema Ethik beschränken. Selbstverständlich werden ethische Fragestellungen als konstitutiv betrachtet, darüber hinaus sollen andere wesentliche Probleme des Menschen behandelt werden. Die Veränderungen der gesellschaftlichen Verhältnisse haben Auswirkungen auf die Schule: Immer mehr Schülerinnen und Schüler sind ohne religiöses Bekenntnis oder melden sich vom Religionsunterricht ab. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler, für die kein Religionsunterricht eingerichtet ist, nimmt zu. Deshalb müssen auch für diese Schülerinnen und Schüler adäquate Formen zur Erreichung der Erziehungsziele der österreichischen Schule überlegt, erprobt und eingerichtet werden.

    Es ist daher notwendig, dass Bildungsinhalte hinsichtlich

    • der Lebensgestaltung,
    • der Persönlichkeitsbildung,
    • der Wertordnungen,
    • der Weltanschauungen und Religionen,
    • der Kultur und deren Bedeutung

     

    zu den anderen Erziehungsaufgaben der Schule hinzukommen und ein besonderes Gewicht bekommen. Dies insbesondere, weil bei vielen jungen Menschen heute vermehrt Probleme auftreten wie:

    • Destabilisierung in persönlichen und sozialen Beziehungen,
    • gesteigertes Sucht- und Fluchtverhalten,
    • Orientierungsdefizite,
    • Unsicherheit durch Traditionsabbau.

    Organisationsform:

    • Die Lehrer und Lehrerinnen müssen die fachwissenschaftliche Kompetenz entweder durch die universitäre Ausbildung oder durch zusätzliche Qualifikationen erworben haben.
    • Das Stundenausmaß und die Gegenstandseröffnungszahl sind analog den Bestimmungen des Religionsunterrichts.
    • Ethik kann als Prüfungsgegenstand bei der mündlichen Reifeprüfung gewählt werden.

     

    Weitere Angebote am AkG

    „Lernen lernen"

    „Lernen lernen“ für alle zweiten Klassen des AkG ist folgendermaßen organisiert:

    • 5 Lerneinheiten geblockt von September bis Februar:

    An 5 Nachmittagen von Ende September bis  Februar werden den Schüler/innen der zweiten Klassen in Kleingruppen Inhalte aus der Lernmethodik zu folgenden Aspekten nähergebracht:

    • Lernmotivation: Lernziele setzen
    • Zeitmanagement
    • Guter Lernstart/effizientes, konzentriertes Lernen
    • Lernhemmungen; Bedeutung der Pausen
    • Vergessenskurve; Notwendigkeit und Abfolge der Wiederholungen
    • Schularbeiten vorbereiten: 7-Tage-Vorbereitungsplan
    • Lerntypengerechtes Lernen
    • Richtiges Markieren, Erfassen von Schlüsselwörtern
    • Strukturieren, Exzerpieren
    • Abwechslung und Vielfalt beim Wiederholen (auch beim Vokabellernen)
    • Abbau von Ängsten und Sorgen
    • Ruhe, Sicherheit und seelische Kraft tanken
    • Biofeedback mit i-Sense-Geräten (Anspannung/Entspannung)
    • Gedächtnistraining durch Vernetzen von Lerninhalten: „Vermittlerbegriffe“, Visualisieren

    Diese im Lernen lernen vorgestellten Lernmethoden werden dann vom Lehrer/innenteam der Klasse im regulären Unterricht angewandt.

    Ziel ist es, den Schüler/innen eine breite Werkzeugpalette zur Erweiterung ihrer Methodenkompetenz zur Verfügung zu stellen, damit sie direkter zum Lernerfolg gelangen und sich manch demotivierende Sackgasse ersparen können.

     

    IKT-Einführung und Digitale Bildung

    In den ersten Unterrichtswochen wird jede Klasse in zwei gleich große Gruppen geteilt. Während die eine Hälfte von ihrem jeweiligen Fachlehrer im Pflichtfach unterrichtet wird, betreut ein Informatik-fitter Lehrer die andere Gruppe bei der Erarbeitung der Grundlagen des Einsatzes der Neuen Medien im Informatik-Raum. Inhalte sind:

    • Bedienung der Computer-Arbeitsplätze
    • Anmeldung im schuleigenen Netzwerk
    • Grundlagen von Windows
    • Grundbedienung der Lernplattform Moodle

    Im weiteren Verlauf unterstützt die Informatik-fitte Lehrkraft Lehrer/innen anderer Fächer im Teamteaching sowohl technisch als auch inhaltlich bei der Arbeit mit der ganzen Klasse im Informatik-Raum. Inhalte:

    • Einführung in ein Präsentationsprogramm
    • Einführung in eine Textverarbeitung
    • Einführung in ein Tabellenkalkulationsprogramm
    • Bedienung des Internet Explorers, Suchen im Internet

    Die IKT – Einführung ist Teil des neuen Lehrplans für Digitale Bildung (ab Schuljahr 2018/19)

     

    Patenklassen

    Soziales Lernen innerhalb der Schüler/innengemeinschaft ist ein wichtiger Aspekt des Schullebens. Es ist Voraussetzung für die Aufrechterhaltung eines positiven Klimas, das von einem respektvollen Umgang miteinander geprägt ist. In diesem Zusammenhang ist das seit Jahren erfolgreiche Konzept der Patenklasse zu sehen: Die neuen Schüler/innen der 1. Klassen werden „Patenkinder“ einer 5. Klasse und werden von dieser in die Schulgemeinschaft eingeführt und begleitet.

     

    Berufsorientierung in den 3. und 4. Klassen

    In den 3. und 4. Klassen werden von den Klassenvorständen und Klassenlehrer/innen Projekte und Workshops organisiert, um die Schüler/innen zur passenden Schul- oder Berufswahl nach der 4. Klasse anzuleiten.

     

    Berufs- und Studienberatung in den 7. und 8. Klassen

    Das Projekt „18plus – Berufs- und Studienchecker“ in der 7. und 8. Klasse unterstützt die Schüler/innen, die Ausbildungs- und Studienwahl ihren Neigungen und Fähigkeiten anzupassen. Nähere Informationen auf www.18plus.at

     

    Projekt „Umgeschult“

    Am 28. April 1938 wurden die jüdischen Schüler des Akademischen Gymnasiums „umgeschult“. Dies bedeutete, dass ca. 43 % der Schüler und drei Lehrer die Schule verlassen mussten, weil sie Juden waren oder jüdische Vorfahren hatten. Anlässlich der 60. Wiederkehr dieses Tages im Jahre 1998 wurde das fächerübergreifende Projekt „Umgeschult am 28.April 1938“ ins Leben gerufen. Es wird seither jährlich durchgeführt. Ziel ist, an die Ereignisse des Jahres 1938 zu erinnern und den damals aus dem Akademischen Gymnasium vertriebenen Kindern und Lehrern ein Andenken zu setzen.

    Jedes Jahr wird ein anderer thematischer Schwerpunkt zum Thema Holocaust mit den Schüler/innen in den Fächern Bildnerische Erziehung, Biologie, Deutsch, Geschichte, Musikerziehung und Religion erarbeitet und bei der jährlich stattfindenden Gedenkfeier am 28.April vorgestellt.

    Die Vermittlung des Holocaust ist eine große Herausforderung. Der erste institutionelle Ort, an dem Erinnerungsarbeit stattfinden kann, ist die Schule. Das empathische Erinnern wird von den Lehrer/innen am Akademischen Gymnasium als wichtiger Beitrag zur humanistischen Bildung gesehen.

    Die Dokumentation aller bisherigen Projekte und Gedenkfeiern ist auf der Homepage des Akademischen Gymnasiums zu finden.