• Latein und Griechisch

  • I. Beurteilung der Mitarbeit: Dazu gehören mündliche und schriftliche Leistungen beim Wiederholen, Üben und Festigen ebenso wie pünktlich gebrachte Hausübungen sowie eine übersichtliche Heftführung beim Erarbeiten und Dokumentieren von Lernstoff.
    Möglichkeiten zu eigenständigen Mitarbeitsleistungen werden, abhängig vom Unterrichtsstoff und von den organisatorischen Möglichkeiten, mit der Lehrkraft vereinbart

    II. Schularbeiten mit Übersetzungsteil und Interpretationsteil

    III. Prüfungen (wenn notwendig und sinnvoll)

    Latein wird – wie auch Griechisch - an unserer Schule als Sprach- und Kulturfach unterrichtet. Diese Auffassung belebt den Unterricht und spiegelt sich auch in der Beurteilung wider.

    Bildlich gesprochen führen wir unsere SchülerInnen auf (Zeit-)Reisen in die lateinischsprachige Vergangenheit, wollen aber, dass sie nach ihrer Rückkehr nicht nur die Fahrpläne und Verkehrsmittel kennen, sondern auch in bunten Bildern über ihre Erfahrungen berichten können. Grammatikkenntnisse stehen also nicht für sich, sondern stehen im Dienst einer reflektierten Sprach- und Kulturbetrachtung.

    Von den ersten Anfängen in der 2. Klasse bis zu den höheren Anforderungen in der 8. Klasse ändert sich selbstverständlich der Abstraktionsgrad der sprachlichen Betrachtung und die Tiefe des kulturellen Verständnisses, aber die überwiegende Beherrschung beider Kompetenzen stellt ein grundsätzliches Kriterium für eine positive Note dar.

    Im Verlauf der Oberstufe finden sich zunehmend standardisierte Aufgabenstellungen in den Schularbeiten, die auf die standardisierte Reifeprüfung vorbereiten.

    Inhaltliche Kompetenzen erwerben wir u.a. in folgenden Modulen, in denen auch die Übersetzungskompetenz geschult wird:

    Römischer Alltag
    Römische Frühgeschichte, Republik, Kaiserzeit
    Mythologie
    Inschriften
    Rhetorik, Propaganda und Manipulation
    Sinnfindung und Glück
    Philosophie

    Außerdem werden unsere SchülerInnen anhand folgender Teilkompetenzen an Interpretations-Methoden herangeführt:

    1. Zurückführen von Fremdwörtern auf lateinische Wörter; das Sammeln und Auflisten z. B. von Stilmitteln, Synonymen, …
    2. Gliedern und Strukturieren eines Satzes oder Textes
    3. Zusammenfassen und Paraphrasieren
    4. Gegenüberstellen und Vergleichen, z. B.von Inhalten
    5. Belegen und Nachweisen von Aussagen über einen Text
    6. Kommentieren und Stellungnehmen
    7. Kreatives Auseinandersetzen mit dem Interpretationstext, z. B. beim Schreiben von Dialogen (in deutscher Sprache)

     

  • "Non vitae, sed scholae discimus."

    Dieses Zitat von Seneca heißt im Originaltext tatsächlich so: Seneca kritisiert damit eine Schulweisheit, die nur sich selbst bespiegelt und bestätigt und auch den großartigsten Lerngegenstand zum reinen Silbenbuchstabieren herabwürdigt.

    In der öffentlichen Diskussion wird leider der Altsprachliche Unterricht sehr oft in diese Kategorie von Schulweisheit eingeordnet: ein Wissen, das in keiner Weise auf ein erfolgreiches Leben in unserem modernen Europa vorbereitet, ein Wissen, das keine konkrete Ausbildung, keine konkreten Fertigkeiten vermittelt, und in keiner Weise unmittelbar anwendbar erscheint.

    Aber: Nur Ausbildung und unmittelbar anwendbare Fertigkeiten zu vermitteln, das wäre wenig, das wäre eine armselige und kümmerliche Leistung. Schule muss mehr sein! Schule soll nicht nur Ausbildung, sondern Bildung vermitteln- wahre Menschenbildung!

    Über dieses wichtige Ziel der Erziehung und Schulbildung hat sich schon Aristoteles Gedanken gemacht. Er schreibt: "Es ist zwar wichtig, Rechtsentscheidungen treffen, Prozesse führen und Kriege führen zu können, noch wichtiger aber ist es, den Frieden führen und die Muße erfüllen zu können. Überall und immerzu nur nach dem handgreiflichen Nutzen zu fragen, passt am allerwenigsten zu einem großgesinnten und freidenkenden Menschen!"

    Diese Bildung, wie sie schon Aristoteles versteht, hat keinen bezifferbaren Nutzwert – aber sie betrifft den Menschen in seinem Kern. Sie erst befähigt den Menschen dazu, mit den Fertigkeiten, die er sich erworben hat, auch verantwortungsbewusst und richtig umzugehen.

    Das muss Ziel unseres Unterrichts sein! Und ich glaube, dass der Lateinunterricht in besonderer Weise geeignet ist, wahre Menschenbildung zu vermitteln. Die Vielfalt der Themen, die bei der Lektüre begegnen, sind für uns heute genauso wichtig und spannend wie damals: etwa der Vergleich positiver und negativer Geschichtsbilder, die kritische Betrachtung von Herrscherdarstellungen oder Reichspropaganden; die Frage nach dem Sinn des Lebens oder nach dem Jenseits; gibt es eine Willensfreiheit, oder sind wir nur Marionetten, die von der Hand des Schicksals bewegt werden? Ist dem Menschen alles Machbare erlaubt oder gibt es eine Grenze, die er nicht überschreiten darf?

    Die Gestalten, die diese Botschaften vermitteln, begegnen uns in unserem Leben überall: in der Malerei, Plastik und Musik genauso wie in der Literatur. Wir können unsere heutige Zeit besser verstehen und deuten, wenn wir uns unserer Ursprünge bewusst sind. Und fast alle Bereiche des Lebens haben ja ihren Ursprung in der Antike: Architektur, Kunst, Philosophie, Medizin, Recht, Dichtung, Theater usw.

    Um diese Themen gebührend behandeln zu können, ist natürliche eine gute Sprachbeherrschung nötig. Der Lateinuntericht in der Unterstufe ist für uns daher eine unabdingbare Voraussetzung, damit wir unser eigentliches Ziel erreichen können, nämlich die Vermittlung von Inhalten, Lebenseinstellungen und Werten, die unser Europa bis heute geprägt haben. Wenn uns die Stunden in der Unterstufe genommen werden, mühen sich die Schüler in der Oberstufe unnötig (denn das Lernen von Vokabeln und Paradigmen fällt in diesem Alter bekanntlich viel schwerer!) mit dem Erlernen der Sprache, und das Eigentliche geht verloren bzw. kommt viel zu kurz!

    Übersetzungen – auch wenn sie noch so gut sind - können niemals die Originaltexte ersetzen.

    Stellen wir uns ein wunderschönes Rilkegedicht in einer englischen Übersetzung vor – niemand könnte dadurch ein Verständnis für Rilke bekommen! Es lässt sich zwar der Inhalt in groben Zügen nachvollziehen, niemals aber die Stimmung, die ein Gedicht verbreitet, niemals die Klangfarbe, der Schwung der Sprache, und nur zu einem geringen Teil die Wortspiele und die kunstvolle effektvolle Wortstellung. Außerdem gibt es eine Vielzahl von lateinischen Wörtern, die einfach unübersetzbar sind.

    Dazu kommt noch, dass man einen Text viel besser durchdringen und sich verinnerlichen kann, wenn man ihn sich in kleinen Portionen und mit einer gewissen Mühe erarbeitet. Wenn man jeden Halbsatz auf seine Logik und Richtigkeit hin prüfen muss und wie ein Puzzlestück in den Gesamtkontext hineinpassen muss, versteht man einen Text ganz anders, als wenn man ihn so leichthin und mit halber Aufmerksamkeit in einer deutschen Übersetzung überfliegt.

    Unsere Schüler brauchen die nötigen sprachlichen Voraussetzungen, um sich mit den philosophischen, theologischen oder politischen Schriften kritisch auseinandersetzen zu können und dadurch zu reifen, verantwortungsbewussten Menschen zu werden.

    Wenn uns das gelingt, dann dürfen wir zu Recht das Senecazitat umkehren und sagen: "Non scholae, sed vitae discimus."

  • Durchführung des Wettbewerbs:

    Die SchülerInnen treten in zwei Kategorien an:

    1. SchülerInnen der 6. - 8. Klasse Gymnasium
    2. SchülerInnen der 5. Klasse Gymnasium und der 7. und 8. Klasse RG, Wiku- und ORG.

    Bis jeweils etwa Mitte März werden durch Vorausscheidung an den einzelnen Schulen die Teilnehmer für die Landesolympiade ermittelt, die zwei Besten nehmen an der Bundesolympiade teil.

    Themen:

    Abgesehen von der Möglichkeit, mit anderen SchülerInnen in Wettstreit zu treten und Preise zu erringen, bietet sich die Gelegenheit, von Jahr zu Jahr neue interessante Themenbereiche lateinischer Literatur ausführlicher kennenzulernen: Erotische Dichtung, Satire, Mythen und sogar lateinische Gegenwartsliteratur ...

    Preise:

    Für Sieger und Preisträger werden von verschiedenen Sponsoren Geld- und Sachpreise gestiftet.

    31. Österreichische L-/G-Olympiade 2019
    Bundesbewerb Griechisch: folgt im April ... George TOKMAJI (8. Kl.) hat sich qualifiziert


    Landesbewerb (Wien)
    Langlatein: George TOKMAJI 3. (8. Kl.)
    Kurzlatein: Stefanie STREICHER 7. (5. Kl.)
    Griechisch: George TOKMAJI 2.

    30. Österreichische L-/G-Olympiade 2018
    Bundesbewerb Griechisch: Antonia VABITSCH 5.


    Landesbewerb (Wien)
    Langlatein: Antonia VABITSCH 3. (8. Kl., Bild Mitte),George TOKMAJI 4. (7. Kl.),
    Zuhal RAZULI (7. Kl.)
    Kurzlatein: Tobias WUKOVITSCH 14. (5. Kl.)
    Griechisch: Antonia VABITSCH 1., George TOKMAJI 8.


     

    29. Österreichische L-/G-Olympiade 2017
    Bundesbewerb Griechisch: Antonia VABITSCH 4.


    Landesbewerb (Wien)
    Langlatein: Antonia VABITSCH 1. (7. Kl., oberes Bild Mitte), George TOKMAJI 5. (6. Kl., unteres Bild), Zuhal RAZULI und Hanna SCHEIDEMANDL ex aequo 15. (beide 6. Kl.)
    Griechisch: Antonia VABITSCH 1., George TOKMAJI 4.


     

    28. Österreichische L-/G-Olympiade 2016
    Bundesbewerb Latein: Antonia VABITSCH 3.


    Landesbewerb (Wien)
    Langlatein: Antonia VABITSCH 1. (6. Kl.), Anja BANDURA 6. (7. Kl.)
    Kurzlatein: Zuhal RAZULI 20. (5. Kl.)

    27. Österreichische L-/G-Olympiade 2015


    Landesbewerb (Wien)
    Langlatein: Anja BANDURA 5. (6. Kl.)
    Griechisch: Stephanie EDER 4. (8. Kl.), Naomi SCHWEDIAUER 5. (7. Kl.)

    26. Österreichische L-/G-Olympiade 2014


    Landesbewerb (Wien)
    Langlatein: Daniel GRÜNWALD 1. (8. Kl.)
    Kurzlatein: Anja BANDURA 6. (5. Kl.)
    Griechisch: Daniel GRÜNWALD 1.

    25. Österreichische L-/G-Olympiade 2013 (Salzburg)
    Bundesbewerb Griechisch: Jakob GSTACH 2.!
    Bundesbewerb Latein: Daniel GRÜNWALD 2.!


    Landesbewerb (Wien)
    Langlatein: Daniel GRÜNWALD 1. (7. Kl.), Jakob GSTACH 2. (8. Kl.)
    Griechisch: Jakob GSTACH 1., Daniel GRÜNWALD 2.

    24. Österreichische L-/G-Olympiade 2012 (Güssing)
    Bundesbewerb Griechisch
    : Jakob GSTACH 5.!


    Landesbewerb (Wien)
    Langlatein
    : Jakob GSTACH 2. (7. Kl.), Daniel GRÜNWALD 3. (6. Kl.)
    Griechisch: Jakob GSTACH 1.

    23. Österreichische Bundesolympiade 2011 (Brixen)
    Jakob GSTACH wurde hervorragender 3. in der Disziplin Langlatein

    Landesbewerb 2010/2011:
    Langlatein: Jakob GSTACH 6. Kl. (2.), Sophie VEIGL 8. Kl. (4.), Kurzlatein: Daniel GRÜNWALD 5. Kl. (9.)


    Landesbewerb 2009/2010: Kurzlatein: Jakob GSTACH 5. Kl. (2.)

    Landesbewerb 2007/2008: Langlatein: Sophie RADSCHEK 7. Kl. (11.); Kurzlatein 5. Kl.: Sophie VEIGL (15.)

    Landesbewerb 2003/2004: Elisabeth FELSENSTEIN 8. Kl. (6. Platz); Rene SCHABAUER (8. Kl.)

    Landesbewerb 2002/2003: Sigrid REHAK 6. Kl. (13. Platz)

    13. Österreichische Bundesolympiade 2001
    Susi FRODL wurde hervorragende 2. in der Disziplin Langlatein
  • Lebendige Antike - www.wolfring.at

  • Dorf der Gallier


    Die meisten kennen wohl die Abenteuer des kleinen, listigen, unbesiegbaren Galliers Asterix, der sein Heimatdorf mit Geschick, Humor und mit Hilfe eines magischen Zaubertranks gegen die Angriffe der übermächtigen Römer verteidigt. Die Lage der Gallier erinnert ein wenig an jene der humanistischen Fächer, die in der heutigen Zeit immer mehr zurückgedrängt werden.

    Wir wollen am Akademischen Gymnasium (zwei Wörter, die aus dem Griechischen stammen) Latein und Griechisch einen sinnvollen Lebensraum geben. Nicht weil wir an altmodischen Lerninhalten festhalten, sondern weil wir der Überzeugung sind, dass Latein und Griechisch auch heute noch ein wesentlicher Beitrag zur Allgemeinbildung sind.

    1. Latein und Griechisch sind Sprachfächer

    Das Lernen lateinischer Vokabeln erleichtert den Zugang zu einer Reihe lebender Fremdsprachen, vor allem (aber nicht nur) zu den romanischen Sprachen, die auch als Tochtersprachen des Lateinischen bezeichnet werden. Das Lernen griechischer Vokabeln erleichtert den Zugang zu einer großen Menge von Fremdwörtern und damit zu den unterschiedlichsten Wissensgebieten.

    Aber nicht nur Fremdworte aus der Wissenschaft können mit Hilfe des Griechischen hergeleitet werden. Wussten Sie, dass das Wort "gymnasium" von "gymnos"= unbekleidet abgeleitet wird, weil die ersten Gymnasien Sportanlagen waren, auf welchen die Griechen "gymnos" Sport betrieben haben. Wussten Sie, dass das Wort "Schule" von dem griechischen Wort "schole" abgeleitet wird, was soviel heißt wie Freizeit? Und die erste "Akademie" war jene Schule, die der griechische Philosoph Platon in Athen gegründet hat.

    2. Latein und Griechisch sind Kulturfächer

    Wir übersetzen nicht nur antike Texte, sondern analysieren auch deren kulturellen Hintergrund. Dadurch kommen wir über eine Vielzahl von Themen ins Gespräch: Geschichte, Mythologie, Literatur, Philosophie, Architektur etc. Durch Exkursionen (in Museen, nach Carnuntum, Rom und Griechenland) kommen unsere Schüler mit der Antike im wahrsten Sinn des Wortes in Berührung.

    Der wohl wichtigste Berührungspunkt unserer Schule mit der Antike sind jedoch die Aufführungen griechischer Tragödien und Lesungen antiker Texte.

    3. Latein und Griechisch sind Denk-, aber auch Spiel-Fächer

    Das Übersetzen eines Textes ist kreativer Denksport und fördert Sprachkompetenz in der Muttersprache. Bereits in der Unterstufe möchten wir durch spielerisches Lernen die oft mühsame Arbeit für die Schüler unterhaltsam machen.

    Unser Wunsch ist, einem modernen und niveauvollen Latein- und Griechischunterricht am Akademischen Gymnasium einen guten Lebensraum zu geben. Mit diesen drei Zielen sehen wir uns dabei nicht als Konkurrenten, sondern als wertvolle Partner der lebenden Fremdsprachen.