• Informatik

  • Die Rolle der Informatik

    Seit der Erfindung des ersten „Personal Computer“ in den 70er Jahren hat sich vieles verändert. Doch die Dominanz moderner Informatiksysteme, hatte damit erst begonnen. Tablets, Smartphones, Laptops und Smart-Devices prägen den Alltag des 21. Jahrhunderts. Mit dieser stetig größer erscheinenden, informatischen Gerätevielfalt wird es immer offensichtlicher, dass die Informatik für jedes Mitglied unserer modernen Gesellschaft in irgendeiner Form eine Rolle spielt. Trotzdem besitzen heutzutage „44% der EU-Bevölkerung“ nur geringe digitale Kompetenzen.

    Dieser Mangel ist mitunter ein Grund dafür, warum Informatikunterricht in der Schule besonders wichtig ist. Außerdem übertragen sich informatische Kompetenzen mitunter auch auf andere Lernbereiche und Unterrichtsfächer. Dies wurde auch von der Europäischen Kommission erkannt und die „Digitalen Kompetenzen“ wurde zu einer der „Schlüsselkompetenzen für lebensbegleitendes Lernen“ aufgenommen. Diese stellen "erwerbbare allgemeine Fähigkeiten, Einstellungen und Wissenselemente, die bei der Lösung von Problemen und beim Erwerb neuer Kompetenzen in möglichst vielen Inhaltsbereichen von Nutzen sind"(1), dar.

    Um Wissen effektiv online recherchieren und schlussendlich auch verarbeiten zu können, müssen die SchülerInnen den Computer auch selbstständig bedienen können. Doch die Informatik ist noch viel mehr. „Computational Thinking“, das Analysieren und schlussendliche Lösen komplexer Probleme, ist einer ihrer wichtigsten Kernbereiche. Dies ist für die SchülerInnen von besonderer Bedeutung, da diese Kompetenzen im späteren Berufsleben gefragter sind denn je.(2)


    Informatik im Akademischen Gymnasium Wien

    Unterstufe
    Im Akademischen Gymnasium wird für alle SchülerInnen der Unterstufe seit 2018 die verbindliche Übung „Digitale Grundbildung“ angeboten. Hierbei erlangen sie Grundlagen in den Kompetenzbereichen:
    • Gesellschaftliche Aspekte von Medienwandel und Digitalisierung
    • Informations-, Daten- und Medienkompetenz
    • Betriebssysteme und Standard-Anwendungen
    • Mediengestaltung
    • Digitale Kommunikation und Social Media
    • Sicherheit
    • Technische Problemlösung
    • Computational Thinking

    Oberstufe - Pflichtschulunterricht
    In der fünften Klasse vertiefen die SchülerInnen ihr Wissen aus der „Digitalen Grundbildung“. Folgende Themen werden hierbei im Unterricht behandelt:
    • Informatik, Mensch und Gesellschaft
       o Bedeutung der Informatik, Datensicherheit, Urheberrecht, Geschichte der Informatik, Informatikberufe, etc.
    • Informatiksysteme
       o digitale Geräte, Funktionsweisen von Informatiksystemen, Grundlagen von Betriebssystemen und Computernetzwerken
    • Angewandte Informatik
       o Standardsoftware (Textverarbeitung, Präsentationsprogramm, Tabellenkalkulation, Web-Browser, etc.), Informationsaustausch
    • Praktische Informatik
       o Begriffe und Konzepte der Informatik, Algorithmen, einfache Programmiersprache, Datenstrukturen, Datenbanken

    Wahlpflichtgegenstand Informatik
    Informatik kann im Akademischen Gymnasium auch als Wahlpflichtgegenstand gewählt werden (Typ aa). Hierbei gilt die positive Absolvierung von drei Schuljahren als Berechtigung zur Ablegung der mündlichen Reifeprüfung, wobei die 5. Klasse mitgezählt wird. Der Fokus des Wahlpflichtgegenstandes Informatik ist die Vorbereitung auf eine mögliche Informatik-Matura und ein eventuell zukünftiges Informatik-Studium.

    SchülerInnen, welche sich gerne mit komplexen Problemen auseinanderzusetzen und gleichzeitig auch die „Sprache des Computers“ erlernen möchten, sind hierbei herzlich willkommen. Eine besondere Rolle spielt im Wahlpflichtgegenstand Informatik die „Praktische Informatik“, welche in der 5. Klasse noch weniger Bedeutung findet. In eigenen Projekten lernen die SchülerInnen den Umgang mit verschiedenen Programmiersprachen, fortgeschrittenen Konzepten der Informatik und das selbstständige Arbeiten am Computer. Dabei dürfen und sollen die SchülerInnen den Inhalt und die damit einhergehenden Programmiersprachen der Projekte mitbestimmen.

    1 https://eur-lex.europa.eu/resource.html?uri=cellar:395443f6-fb6d-11e7-b8f5-01aa75ed71a1.0010.02/DOC_1&format=PDF
    2 http://www3.weforum.org/docs/WEF_Future_of_Jobs_2020.pdf